Rasieren wie einst unsere Großväter

Rasieren wie einst unsere Großväter - so geht's!

Heutzutage ist die traditionelle Rasur leider etwas in Vergessenheit geraten. Kaum ein Mann kennt die Kunst der traditionellen Nassrasur, die für seine Großväter noch eine Selbstverständlichkeit war. Stattdessen werden heute vor allem billige Einweg- oder Systemrasierer benutzt, die in jeder Drogerie zu finden sind.

Wann oder warum dieser Wandel eingetreten ist, kann ich mir leider nicht erklären, jedoch hat die Tradition einer sauberen Nassrasur ein plötzliches Ende gefunden. Glücklicherweise scheinen sich in der Zwischenzeit immer mehr Männer wieder für dieses herrliche männliche Ritual zu interessieren. Wenn auch du zu diesen Männern gehörst, ist dieser Artikel genau das Richtige für dich! Denn ich möchte dir in diesem Blogpost die Vorteile einer klassischen Nassrasur aufzeigen. Außerdem stelle ich dir die einzelnen Utensilien vor, die du dafür benötigst und zuletzt werde ich dir Schritt für Schritt die richtige Technik nahe bringen.

Die Vorteile der klassischen Nassrasur

Niedrigere Kosten

Ein 8er-Pack der typischen Systemrasierer-Klingen (z.B. Gillette Fusion5 ProGlide) kostet ca. 25€, das sind in etwa 3€ pro Ersatzklinge. Für alle die Mathe schon damals in der Schule mochten (gibt es die wirklich!?), wird es nun noch mathematischer: Verwendest du eine solche Klinge wie empfohlen bis zu zwölfmal, ergibt das in der Summe 96 Rasuren, also rund 0,26€ pro Rasur. Die Kosten für Rasierklingen eines Rasierhobels betragen ca. 0,10€ pro Rasierblatt (z.B. 100 Klingen von Astra für 10€) und reichen für ca. 10-14 Rasuren, da die Klingen zweischneidig sind. Zweischneidig bedeutet, dass du einfach die andere Seite benutzen kannst, wenn die erste zu stumpf geworden ist. Eine ganze Packung reicht dir also für 1000-1400 Rasuren und entspricht ca. 0,01€ pro Rasur. Der Umstieg auf einen klassischen Rasierhobel kann sich also wirklich lohnen!

Darüber hinaus kannst du noch mehr Geld sparen, indem du traditionelle Rasiercremes und Seifen verwendest. Eine Dose eines mit Chemie versetzten Rasierschaums oder -gels, die die meisten Drogerien verkaufen, kann dich bis zu 5€ kosten und hält gar nicht mal so lange, wie man es sich wünschen würde. Traditionelle Rasiercremes und Seifen hingegen werden aus natürlichen Materialien hergestellt. Während ihre Anschaffungskosten ein wenig höher sein können als bei Rasiergelen, benötigst du insgesamt weniger von diesem Produkt, um einen richtigen Schaum zu erzeugen, der für eine rundum glatte Rasur gerade so wichtig ist. So sparst du auf lange Sicht mehr Geld ein.

Weniger Abfall

Die traditionelle Nassrasur mit einem zweischneidigen Rasierhobel (auch Sicherheitsrasierer genannt) erzeugt weniger Abfall als die Rasur mit einem System- oder Einwegrasierer. Die Klingen sind nach der Rasur meist voller Barthaare und deren Reinigung ist oft so mühsam, sodass die Klingen nach relativ kurzer Zeit nicht mehr zu gebrauchen sind und im Müll landen. So hast du zum einen einiges an Geld weggeworfen (siehe oben) und zum anderen unnötigen Müll erzeugt, der hätte vermieden werden können.

Der einzige Abfall, der ein Rasierhobel produziert, ist allein die austauschbare Rasierklinge. Sie ist das einzige Ersatzteil, das du anschaffen musst. Die Reinigung des Hobels ist durch sein Design kinderleicht und sieht auch noch nach einigen Jahren aus wie neu, sodass du nicht nach ein paar Wochen einen neuen kaufen musst. Damit ist der Hobel ein umweltfreundlicheres Rasiertool als die Rasierer aus der Drogerie.

Wem die Umwelt sehr am Herzen liegt und noch einen Schritt weiter gehen möchte, der greift, wie im ersten Punkt bereits angesprochen, zu klassischen Cremes und Seifen, die in Tuben und Schalen verkauft werden. Sie erzeugen auf lange Sicht weniger Abfall als die Verpackungen in denen Rasiergele verkauft werden.

Bessere, gleichmäßigere Rasuren

Den meisten Männern heutzutage ist oft nicht bewusst, dass ihre Rasuren gar nicht so sauber und gleichmäßig sind, wie sie denken. Elektrorasierer und die Mehrfachklingenrasierer reizen die Haut mehr als nötig und können Rasurbrand, eingewachsene Haare und Hautrötungen hervorrufen. Die Rasur mit einem Sicherheitsrasierer beugt Hautirritationen vor und verleiht deinem Gesicht ein sauberes, gesundes Aussehen, da du nur eine Klinge anstelle von mehreren verwendest, die deine Gesichtshaut nur unnötig strapazieren. Zudem erlauben diese Rasierer eine präzisere Rasur an schwierigen Stellen (z.B. Nase oder Koteletten).

Mehr Stil

Wenn du den Artikel bis hierhin gelesen hast, muss ich auf diesen Punkt wohl nicht näher eingehen ;).

Die Utensilien

Der Rasierhobel 

Der Wechsel von einem billigen Einwegrasierer zu einem zweischneidigen Rasierhobel ist vergleichbar mit einem Upgrade von einem Renault Clio zu einer Mercedes C-Klasse. Ein Sicherheitsrasierer ist eine Maschine, eine Waffe. Es ist angenehmer, ein Stück schweres, robustes Metall in der Hand zu halten, während man sich rasiert, als ein billiges Stück Plastik.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten und Orte, einen Rasierhobel zu finden. Frage jedoch zuallererst deinen Großvater, ob er noch im Besitz eines Rasierhobels ist. Die Chancen stehen gut, dass er das tut. Falls nicht, sind Antiquitätengeschäfte eine weitere gute Option. Ansonsten einfach mal das Internet durchstöbern oder bei uns auf der Seite schauen. Mit einer Investition von rund 20-30 € bekommst du auf jeden Fall einen ordentlichen, qualitativ hochwertigen Rasierhobel.

Die Rasierklingen

Du kannst aus einer Vielzahl von verschiedenen Klingen wählen. Jede Klinge hat eine einzigartige Schärfe und Schneidfähigkeit. Experimentiere am besten mit verschiedenen Arten, bis du diejenigen findest, die dir am besten gefallen.

Hier gehts zu unserem Sortiment an Double Edge Rasierklingen: DE Rasierklingen

Der Rasierpinsel

Wenn du beim Rasieren noch nie einen Pinsel benutzt hast, kannst du dich jetzt richtig freuen. Denn erst durch den Pinsel ist es möglich einen dichten und vollen Rasierschaum zu erzeugen, der dir dabei hilft jede Stelle des Barthaares zu erreichen und mit Schaum zu umhüllen, sodass selbst die kleinsten Barthaare senkrecht aufgestellt werden. Dies ist die Voraussetzung für eine bessere und glattere Rasur. Außerdem fühlt es sich einfach gut an, sein Gesicht mit einem Rasierpinsel einzuschäumen, um es auf die bevorstehende Rasur vorzubereiten.

Mittlerweile gibt es viele hochqualitative Rasierpinsel auf dem Markt, mit denen du dein Gesicht einschäumen kannst. Deine Haut wird dir sehr dankbar sein, das Einpinseln mit einem hochwertigen Tool durchzuführen. Dabei kannst du zwischen Pinseln mit synthetischen Haaren oder Pinseln aus Dachshaar wählen.

 

Seifen und Cremes

Gehörst du auch zu den Männern, die sich bei der Auswahl ihrer Rasiercreme nicht viel Mühe geben? Wenn ja, dann solltest du mal etwas Neues ausprobieren! Denn dieses oftmals blaugrüne, mit Chemie versetzte Gemisch solltest du nicht auf dein Gesicht auftragen. Traditionelle Rasiercremes und -seifen hingegen bestehen vor allem aus natürlichen Inhaltsstoffen, die dein Gesicht pflegen und dich absolut männlich duften lassen. Während diese hochwertigen Cremes und Seifen mehr kosten können als dein ursprüngliches Produkt, wird nur ein Tupfer davon genug Schaum erzeugen, sodass du zweimal aufschäumen kannst. Auf lange Sicht hast du also mehr von den klassischen Cremes und Seifen.

Zu unseren Rasierseifen und -cremes geht es hier entlang: Rasierseifen und Rasiercremes

Die Technik

Vorbereitungen

Wenn dein Ziel eine saubere glatte Rasur sein soll, dann musst du deinen Bart auch angemessen darauf vorbereiten. Das Ziel der Bartvorbereitung ist, deine Barthaare aufzuweichen, damit die Rasur einfacher gelingt und folglich weniger Hautreizungen verursacht werden. Daher ist die beste Zeit zum Rasieren direkt nach dem Duschen. Der Wasserdampf lässt die Barthaare erweichen und diese lassen sich dadurch optimal mit einem Rasierhobel entfernen. Falls du vor der Rasur nicht geduscht hast, befeuchte zumindest deinen Bart mit warmem Wasser. Ein heißes Handtuch ist eine weitere gute Möglichkeit, deine Gesichtsbehaarung auf das Rasieren vorzubereiten. Vielleicht hast du dies schon einmal in einem Barbershop gesehen, wo es als „Hot Towel Shave“ bekannt ist.

Der richtige Schaum

Nimm deine Rasiercreme zur Hand und gebe eine kleine Portion (etwa die Größe eines 50Cent-Stücks) in eine Rasierschale. Tränke deinen Pinsel in lauwarmes Wasser und beginne mit dem Aufschäumen. Erst wenn der Schaum eine schöne feste Konsistenz hat, trägst du ihn mit dem Pinsel in kreisenden Bewegungen auf deinen Bart auf. Sobald dein Gesicht schön bedeckt ist, kannst du den Schaum mit einigen eleganten Zügen glattstreichen, sodass dein Gesicht nun perfekt für die Rasur vorbereitet ist.

Die Rasur

Im Gegensatz zur Rasur mit Systemrasierern oder elektrischen Rasierern erfordert das Rasieren mit einem Rasierhobel tatsächlich etwas Technik und Geschick. Wenn du jedoch die nötige Routine besitzt, kannst du dich nun im Handumdrehen effektiv und mit Stil rasieren. Die vier wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rasur mit einem Rasierhobel sind:

  1. Übe bei der Rasur so wenig Druck wie möglich aus.
  2. Rasiere mit dem Hobel im richtigen Winkel.
  3. Rasiere mit dem Strich, nicht dagegen.
  4. Rasiere mit kurzen, sanften Zügen.

An die Rasur mit dem Hobel wirst du dich wahrscheinlich erst einmal gewöhnen müssen, vor allem, wenn du dein ganzes Leben lang Systemrasierer verwendet hast.

Bei der Rasur muss kein unnötiger Druck auf den Hobel ausgeübt werden, da dessen Eigengewicht ausreicht, um die Barthaare zu entfernen. Je größer der Druck, desto höher ist auch die Gefahr von Schnittverletzungen. Versuche den Rasierhobel an der Spitze des Griffs zu halten, damit übst du automatisch weniger Druck aus.

Der wohl schwierigste Teil des Rasierens ist es, den Hobel und damit die Klinge im richtigen Winkel zu halten und zu bewegen. Der optimale Winkel für eine sanfte, sichere und glatte Rasur liegt irgendwo zwischen 30 und 45Grad. Um diesen zu finden, gehe wie folgt vor: Lege die Oberseite des Hobels direkt auf die Wange, sodass der Griff parallel zum Boden ist. Senke nun langsam den Griff, bis die Klinge deine Haut berührt und in der Lage ist, deine Barthaare zu entfernen. Falls du noch unsicher bist und nicht gleich im Gesicht loslegen willst, kannst du natürlich davor an deinem Arm üben.

Obwohl die Rasur gegen den Strich das Gefühl einer wirklich glatten Haut erzeugt, bringt sie einige Risiken mit sich. Sie erhöht die Gefahr von Schnittverletzungen, Hautirritationen und eingewachsenen Barthaaren. Deshalb rasiere immer mit dem Strich, vor allem wenn du gerade mit der Rasur beginnst. Du kannst nach der ersten Rasur dein Gesicht nochmals einseifen und den Rasierhobel ein zweites Mal über deine Haut gleiten lassen. Nach diesem Durchgang erhältst du garantiert ein glattes Finish. Es besteht also kein Grund, deine Haut mit der Rasur gegen den Strich unnötig zu strapazieren.

Das Ziel beim Rasieren sollte eine stufenweise Entfernung des Bartes sein. Viele Männer machen den Fehler und versuchen, ihren Bart mit einem einzigen Zug des Rasierers loszuwerden, d.h. sie führen die Klinge ohne Unterbrechung mehrere Zentimeter über das Gesicht. Mit dieser Technik verursachst du ebenfalls nur unnötige Hautirritationen, die ganz einfach dadurch vermieden werden können, indem du dich mehrmals mit kurzen Zügen rasierst. Deine Gesichtshaut wird es dir danken!

Nach der Rasur

Wasche dein Gesicht nun mit kaltem Wasser, um Reste vom Rasierschaum wegzuspülen und deine Poren zu schließen. Benutze im Anschluss ein gutes Aftershave. Auch hier gibt es mehrere zur Auswahl: Das klassische Rasierwasser, Aftershave-Balsam oder Aftershave-Lotion. Ersteres ist eher weniger für empfindliche Haut geeignet, da es durch den enthaltenen Alkohol das typische Brennen auf der Haut verursacht. Balsam und Lotion sind besonders hautfreundlich und besitzen viele reichhaltige Inhaltsstoffe, die deiner Haut einen langanhaltenden Schutz bieten. Nach der Rasur verleihst du deinem Gesicht mit diesen Produkten ein frisches und gesundes Aussehen.

Hier geht es zu unseren After-Shave Produkten: After-Shave

Wenn du bis hierhin dran geblieben bist, steht nun einer traditionellen Nassrasur nichts mehr im Wege. Also ab ins Bad und viel Spaß!

Bildnachweis: „Shaving accessories on a luxury wooden background“ von Nejron Photo, Shutterstock. Standardlizenz

Zurück zum Blog